Die Strassenzeitung aus Freiburg
  

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Guten Morgen! Heute ist Donnerstag, der 09. September 2010


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3 Besucher online

 

Öffnungszeiten
Jährlich ab 3. Samstag im Mai bis zum 3. Oktober

Dienstag bis Freitag: 14.30 bis 17.00 Uhr
Samstag u. Sonntag: 12.00 bis 14.00 Uhr

Eintritt:
0,30 - 1,20 Euro
Das Museum ist in den nicht beheizbaren, historischen Räumen des Schwabentors beheimatet und deshalb nur im Sommerhalbjahr geöffnet

Wegweiser

Freiburg im Breisgau, Altstadt Oberlinden am Schlossberg Kreuzungsbereich: Schlossbergring, Greiffeneggring, Salzstraße
Parkmöglichkeit in unmittelbarer Nähe: Schloßberggarage

Telefon:
0761 - 243 21 (Museum) oder 0761 - 202 45 05 Volkmar Vogt, Kommissarischer Leiter 2008

Führungen:
Nach telefonischer Vereinbarung: 0761 - 38 33 15 oder 0761 - 202 45 05

Die Zinnfigurenklause ist eine Einrichtung der Stadt Freiburg. Ihr Leiter wird im Museumsbetrieb und in der Ausstellungs- und Dioramengestaltung unterstützt vom

Freundes- und Förderkreis der Zinnfigurenklause im Schwabentor e.V. in Freiburg i.Br.

Vereinsvorstand
Dr. Gundolf Lüdke, Seminarstr. 29, 79102 Freiburg, Tel. 0761-77907
Stefan Diener, Tel. 0761-2023587
Rolf Konetznik, Tel. 0761-84368

Spenden- und Vereinskonto
Kto. 204 46 48, Sparkasse Freiburg i.Br., BLZ 68050101


ZU DEN TOPARTIKEL
Juni2009

Zm Archiv

 

 

 

 

Geschichte zum Anschauen


Imposant ragt das mittelalterliche Schwabentor am Rand der Freiburger Altstadt in die Höhe. Am Rand des Stadttores klebt ein kleiner runder Turm. Hinter einer Holztüre beginnt die enge Wendeltreppe, ich steige diese enge Stiege hinauf, werfe einen Blick aus den kleinen Öffnungen auf das Pflaster und erreiche am Ende der Treppe einen Durchgang, der mich in den Hauptturm und in eine andere Welt führt.

Neugierig blicke ich in die Regale voller silbern schimmernder oder aufwendig bemalter Figuren, erblicke in Schaukästen Szenen vergangener Schlachten und Auseinandersetzungen.

Die Zinnfigurenklause (zum Webangebot)im Schwabentor widmet sich der Geschichte der Freiheitsbewegungen in unserer Region und informiert über die Kämpfe der Bauern und Bürger zwischen 1386 und 1848. In diesem kleinen Museum befinden sich auf 2 Etagen 21 größere und kleiner Dioramen, (Schaukästen) und 10 Hängevitrinen, in denen einzelne Episoden der Geschichte detailgetreu und im verkleinerten Maßstab dargestellt werden.

Neugierig blicke ich auf die Szenen in den beleuchteten Kästen, entdecke viele Einzelheiten und bewundere die liebevoll angeordneten Figurengruppen und die aufwendig gestalteten Landschaften. Mehr und mehr weitere Besucher drängen sich durch den schmalen Durchgang in die Museumsräume, denn heute, dem 16. Mai 2009, ist im Schwabentor der Tag der Offenen Tür.

Familien, Pärchen, Erwachsene und Kinder schauen in die Dioramen und lassen sich in eine vergangene Welt entführen. Mitglieder des Freundes- und Förderkreises der Zinnfigurenklause im Schwabentor e.V. stehen bereit, um die Fragen der Besucher zu beantworten.

In der zweiten Etage gibt es einen Einblick in die Arbeit des Vereins, an einem Tisch werden die Zinnfiguren gegossen, an einem anderen werden die Figuren nach historischem Vorbild bemalt.

 

Die Kinder quittieren die Arbeit mit großen Augen und die Erwachsenen bewundern die handwerklichen Fähigkeiten der Vorführer. Geduldig werden die Fragen der neugierigen Besucher beantwortet.

Im Grunde gibt es zwei unterschiedliche Zinnfigurenarten: die Flachfiguren und die Rundfiguren. In der Zinnfigurenklause werden in den Dioramen fast ausschließlich Flachfiguren verwendet, was wohl auch damit zu tun hat, dass die Rundfiguren zu schwer sind. Bei über 1000 Figuren im Schaukasten muss man das Gewicht bei der Gestaltung berücksichtigen.

Die meisten Formen der Klause bestehen aus Schieferstein. Die Formen für die Figuren werden nach Bedarf hergestellt.

Ein Graveur sichelt (kratzt) das Motiv in einen Schieferstein. Nicht jeder Schiefer ist geeignet für die Herstellung von Gießformen. Er sollte sehr feinkörnig und ohne Hohlräume sein. Die geeigneten Schieferarten kommen aus der Eifel, dem Erzgebirge und anderen Gebieten im Osten der Republik, auch italienischer Schiefer wird oft verwendet.

Bis so eine Zinnfigur fertig ist, sind einige Arbeitsschritte zu erledigen. Zuerst schmelzen wir Zinn, Blei und andere Metalle in einem Elektro-Ofen zu einer speziellen Legierung und gießen diese bei hohen Temperaturen in die Schieferformen.

Da sich im ruhenden Schiefer Wasser ansammelt, wird die Steinform vor dem Gießvorgang in einem Backofen getrocknet. Mit einer Gusskelle wird die flüssige Zinnlegierung in die Form gegossen.

Jede Form hat haarfeine Entlüftungskanäle, damit die Luft entweichen und jede Feinheit der Form mit der Legierung ausgefüllt werden kann. Metall, welches sich in die Lüftungskanäle ausgebreitet hat, wird später abgezwickt und die Bruchstellen werden abgeschliffen.

Beim Schaugießen im Turm stellen die Besucher fest, dass auch einem Profi nicht jeder Guss gelingt.

Nicht immer erreicht das erhitzte Metall jede kleine Feinheit der Form, unvollständige oder kaputte Figuren kommen einfach wieder in den Schmelztiegel und werden beim nächsten Guss wiederverwendet.

Die abgekühlten Figuren werden gewaschen und von allen Rückständen befreit. Eine extrem saubere Oberfläche ist nötig, damit die Ölfarbe dauerhaft auf dem Zinn hält. Die Figur wird mit Acrylfarbe grundiert und untermalt, später mit Ölfarbe bemalt.

Für das Bemalen sollte man Geduld und eine ruhige Hand mitbringen, eine Lupenleuchte hilft die Feinheiten der Figur besser zu erkennen und mit Farbe hervorheben zu können. Bemalt werden die Figuren nach historischen Vorlagen.

Die Dioramen der Klause behandeln u. a. die Themen Bauernkriege und Reformation und Badische Revolution. Zwischen 1525 und 1526 erhob sich der „gemeine Mann“ gegen seine weltlichen und kirchlichen Herren.

Die Aufstände in und um Freiburg können in mehreren Dioramen bewundert werden. Eines erinnert z.B. an den Zug des Schwarzwälder Bauerführers Hans Müller aus Bulgenbach und seiner Rotte gegen die Stadt Freiburg.

Drei Dioramen befassen sich mit der Reformation. In einem sieht man Martin Luther mit seinen Getreuen bei der Verbrennung der päpstlichen Bann-Androhungsbulle.

Höhepunkt in der zweiten Etage ist das noch im Bau befindliche Diorama zur badischen Revolution 1848. Damals fanden am Ostermontag 1848 am Fuß des Schwabentors die entscheidenden Kämpfe zwischen den Freiheitskämpfern und hessischen, württembergischen und preußischen Soldaten statt.

Die Aufständischen hatten einen langen Marsch von Konstanz nach Freiburg hinter sich, waren müde und schlecht bewaffnet. Die Soldaten waren ausgeruht, da sie mit dem Zug gekommen waren (schon 1846 war eine Zugstrecke nach Freiburg gelegt worden). Außerdem waren die Truppen viel besser ausgerüstet. Die Freiheitskämpfer hatten keine Chance...

Auch andere Themen sind in den Dioramen anschaulich dargestellt, interessante Ausschnitte der Geschichte gibt es in der Zinnfigurenklause zu entdecken – ein Besuch kann sich lohnen und das nicht nur am Tag der Offenen Tür. Schauen Sie doch mal rein!

 

EIGENE GESCHICHTE:

Das Museum wurde 1969 von Andreas Lehmann gegründet. Die Unterstützung des damaligen Oberbürgermeisters Eugen Keidel machte es möglich, dass Herr Lehmann mit seiner Sammlung in die Räume des mittelalterlichen Turms ziehen konnte. In den folgenden Jahren schuf Lehmann weitere kulturhistorische Dioramen.

1987 kam Andreas Müller zum ersten Male nach Freiburg und besuchte die Klause. Da Herr Müller großes Interesse an deutscher Geschichte und Dioramenbau zeigte, lud Lehmann Müller zur Zusammenarbeit ein.

Nachdem Andreas Lehmann nach längerer Krankheit im Juni 1989 verstarb, übernahm Herr Müller die Leitung der Klause. Am 2.11.1989 gründete Herr Müller mit 13 Gleichgesinnten den Freundes- und Förderkreis der Zinnfigurenklause im Schwabentor e.V. Seit 1989 wird nun die Klause vollständig von dem ehrenamtlich wirkenden Verein betrieben, der Dioramen gestaltet, die Figuren gießt und bemalt und die Museumsräume für Besucher aus aller Welt öffnet.

Wegen des hohen Alters von Herrn Müller begann schon 2007 die Suche nach einer neuen Leitung der Klause. Das Kulturamt der Stadt Freiburg kam 2007 auf die Idee, das Archiv Soziale Bewegung nach Übernahme der Leitung des Museums zu fragen. Nach einigen klärenden Gesprächen übernahm das ASB die Leitung des Museums, schon die Saison 2008 lief in Zusammenarbeit zwischen Freundeskreis und ASB ab.

Der Freundes- und Förderkreis der Zinnfigurenklause im Schwabentor e.V. kümmert sich um den Bau der Dioramen, den Guss und die Bemalung der Figuren und die Öffnung der Klause, das Archiv Soziale Bewegung kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit, so entstanden u.a. neue Flyer über die Klause, ein neues Türschild weist auf das Museum hin. Das ASB kümmert sich außerdem um die Verwaltungsaufgaben des Museums und ist der Ansprechpartner für die Stadt Freiburg.

Für die Zukunft der Zinnfigurenklause ist geplant, die Ausstellungsräume um die dritte Etage zu erweitern und den Besuchern zukünftig die Hintergründe der historischen Konflikte mit modernen Anschauungsmittel und Techniken verständlicher zu machen.

 

Der Freundes- und Förderkreis der Zinnfigurenklause im Schwabentor e.V. freut sich über neue und engagierte Leute in den eigenen Reihen. Wenn Sie beim Verein mitmachen wollen, dann rufen Sie an: 0761 / 59 59 56 2 oder schicken eine E-Mail: ZinnfigurenFreundeskreis@web.de

Die Vereinsmitglieder treffen sich regelmäßig in den Arbeitsräumen über dem Schwabentor, Eingang Schlossbergring 2.

Hier werden die Dioramen gebaut, die Zinnfiguren gegossen und bemalt, feine Holzarbeiten verrichtet, sich mit Geschichte beschäftigt. Um im Verein mitarbeiten zu können, muss man keine Vorkenntnisse mitbringen. Die Vereinsmitglieder sind gerne bereit, ihr Wissen an andere Leute weiter zu geben.

 

 



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