| Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Forschungsarbeit
und Lehre der Universität von den Anfängen bis heute.
In lebendigen Präsentationen, Kunstwerken und Originalen,
Inszenierungen und Installationen werden die verschiedenen
Epochen und Einflüsse der wechselvollen Geschichte der
Freiburger Universität und der Stadt erlebbar.
Dazu gehört zum Beispiel, dass erstmals in Deutschland
1900 in Freiburg Frauen offiziell zum Studium zugelassen wurden,
weshalb diesem thematischen Schwerpunkt, wie auch den Spitzenwissenschaftlern
und Nobelpreisträgern ein besonderer Platz eingeräumt
wird.
Im Bursenkeller wird das Studieren, Leben, Wirken und Wohnen
der Studenten seit dem 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart,
sowie die Baugeschichte des Baukomplexes der Alten Universität
dargestellt.
Das Uniseum ist in seiner heutigen Form durch einige
glückliche Umstände entstanden:
Die
Vision von Wolfgang Jäger, dem damaligen Rektor, und
Dieter Speck, dem Leiter des Universitätsarchivs, aus
den reichhaltigen Beständen des Archivs einen öffentlichen
Ort zu machen, traf kurz vor der Jahrtausendwende zusammen
mit der Notwendigkeit, die Alte Universität komplett
zu sanieren – dadurch war ein überwiegender Teil
der Baukosten schon bereitgestellt.
Der Neuaufbau eines Museums in einer Zeit, in der die Stadt
intensiv über Museumsschließungen diskutierte,
war natürlich nicht selbstverständlich. Eine Museumskommission
unter Prof. Dieter Mertens legte nicht nur die Inhalte fest,
sondern sorgte auch für Akzeptanz der Unternehmung innerhalb
der Universität.
Mit dem Büro Ranger in Stuttgart wurde ein international
renommierter Gestalter gefunden, so dass die Entwicklung der
Konzeption und der Umbau der Alten Uni dann 2002 zielstrebig
beginnen konnten.
Durch das 550-jährige Jubiläum 2007 – den
zweiten Glücksfall – wurde dann schon bald nach
der Eröffnung der zweite Bauabschnitt in Angriff genommen.
Unter dem Erdgeschoß der Alten Uni befinden sich noch
alte Kellergewölbe, die in den 60er und 70er Jahren als
Bursenkeller der Universität geradezu legendär waren.
Diese wurden freigelegt, wissenschaftlich erkundet und als
ein beeindruckendes Beispiel frühneuzeitlichen Bauens
wieder hergerichtet. Im Untergeschoss fand man das mittelalterliche
Straßenpflaster im Originalzustand wieder.
So steht nun das Uniseum nicht nur an dem Ort, wo Universität
in Freiburg begann, sondern die Besucher stehen auch auf dem
gleichen Boden wie die Magister und Scholaren des Mittelalters.
Eine Besonderheit des Uniseums ist seine Struktur
– es ist eigentlich ein Museum ohne Personal: Neben
der engeren Verwaltung durch die „Mutter“ –
das Universitätsarchiv – werden alle Führungen
im Uniseum durch das „Uniseums-team“ durchgeführt.
Dieses besteht aus Studenten und Doktoranden, die mit viel
Idealismus und einem kleinen Honorar – entsprechend
einer wissenschaftlichen Hilfskraft – ihre Führungen
selbst erarbeiten und die Betreuung der Besucher übernehmen.
Das Uniseum kann zwar in den Öffnungszeiten (Do, Fr
und Sa 14-18 Uhr und zusätzlich am Fr 18-20 Uhr) selbstständig
erkundet werden, aber interessanter ist die Teilnahme an den
Führungen, die alle zwei Stunden stattfinden (also um
14, 16 und 18 Uhr c.t.).
Da die Mitglieder des Teams aus den unterschiedlichsten Studienrichtungen
kommen, sind die Führungen ebenfalls aus den verschiedensten
Blickwinkeln konzipiert.
Der Eintritt als Besucher ist übrigens ebenso wie die
Führungen kostenfrei (Spenden in der
Spendenbox im Eingang sind allerdings willkommen).
Etwa die Hälfte der Besucher kommt allerdings zu frei
vereinbarten Gruppenführungen (ab 8 Personen), die an
jedem Wochentag zwischen 8-22 Uhr angeboten werden können
(Buchung über info@uniseum.de, Kosten Euro 45, pauschal
pro Gruppe (auch fremdsprachig).
Durch die sehr zentrale Lage ist das „Schaufenster“
der Universität seit seiner Gründung nicht nur eine
durch seine Konzeption beachtete, sondern auch gut besuchte
Einrichtung: Trotz der geringen Öffnungszeiten werden
jährlich über 5.000 Besucher begrüßt.
Trotzdem wäre es schön, wenn noch viele Freiburger
sich dort dem Antrieb des Forschens, dem Staunen, hingeben
würden.
K.D. Lange
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