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Kopf und Initiator dieser Zeitung war Wilhelm der Dritte (Hans Werner Wilhelm,
gestorben Nov. 2004). Verkauft wurde diese Zeitung mit den ständig
wechselnden Namen meistens nach der gleichen Methode. In regelmäßigen
Abständen taucht eine Gruppe, meistens Frauen aus osteuropäischen
Ländern, in Freiburg auf und verkauft diese Zeitung immer
nach dem gleichen Prinzip.
Angeblich sammelten sie für eine Suppenküche oder
einem Straßenkinderprojekt in Rumänien. Damals war
es nicht möglich, in irgendeiner Weise mit den Herausgebern
in Kontakt zu kommen. Früher, als sich die Zeitung noch Jedermann
nannte, landete ich bei meinen Telefonaten immer im Wohnzimmer
einer Familie, die mir dann erklärte, sie seien die Geschwister
von Wilhelm III. und der wäre im Moment nicht da. Einen Rückruf
oder eine Antwort erhielt ich auf meine Nachfragen nie. Auf die
Inhalte dieser Zeitung möchte ich nicht weiter eingehen,
da die Artikel zum größten Teil aus dem Internet oder
aus anderen Zeitungen abgeschrieben sind.
Im Juni war dann wieder ein Trupp ZeitungsverkäuferInnen
unterwegs, diesmal mit der ersten Ausgabe des StraMaX und es wurden
Spenden für ein Kinderheim in Rumänien gesammelt.
„Immer wieder wurde diese Zeitung von jungen Osteuropäerinnen
in der Freiburger Innenstadt ohne Genehmigung angeboten. Außerdem
erbaten sie – teilweise sehr aufdringlich – Spenden
für ein angebliches Straßenkinderprojekt in Rumänien“.
(BZ 12.7.05)
Wieder versuchte ich Kontakt mit den Herausgebern aufzunehmen.
Da im Impressum nur ein Postfach angegeben ist, rief ich den
Kioskbetreiber in Darmstadt an, da dieser als Vertrieb erwähnt
wird. Er klang ziemlich genervt und erklärte mir, dass er
etliche Beschwerden wegen dem StraMaX bekomme. Als ich ihm vorschlug,
dann solle er die Zeitung doch einfach aus seinem Sortiment herausnehmen,
erklärte er mir verzweifelt: „Die armen Menschen bedrohen
mich, wenn ich ihnen keine Zeitungen gebe!“
Danach schrieb ich eine E-Mail an die Redaktion und bekam nach
ca. 2 Wochen eine Antwort: „Hi Uli, schicke uns einfach
die Anschrift eurer Redaktion, damit wir euch unsere Informationsmappe
zusenden können“. Auf diese Informationsmappe warte
ich bis heute noch!
Eine Anfrage beim Ordnungsamt Darmstadt brachte mich auch nicht
weiter: „Es ist davon auszugehen, dass es sich um eine karitative
Einrichtung handelt“ – als Adresse wird der oben erwähnte
Kiosk angegeben.
Diese Auskunft kostete uns übrigens 15 Euro Bearbeitungs-Gebühr.
In der aktuellen Ausgabe des StraMaX war auch ein Artikel abgedruckt,
bei dem als Quelle die Frankfurter Rundschau (FR) vom 4.März
2005 angegeben wurde. Ich wandte mich an die FR und nach einem
Telefonat mit dem verantwortlichen Redakteur, bei dem ich ihm
die dubiosen Verkaufsmethoden erklärte, erschien am 4. August
2005 erneut ein Artikel mit der Überschrift: „Dubiose
Praktiken beim Zeitungsverkauf“ in der FR. In dem Artikel
weist „der erste Vorsitzende des Vereins Jedermann –
Kunst von der Straße, Karl Heinz R. (vollständiger
Name der Redaktion bekannt), der den Streetworker herausgibt,
alle Vorwürfe zurück.“
Ich schickte diesen Artikel an die Redaktion vom StraMaX und
bat um eine Stellungnahme.
Am 22.August bekam ich dann die folgende Antwort:
„Hallo Uli,
wir werden dazu Stellung beziehen. Ein einfacher Besuch
unserer Suppenküche am Darmstädter Hauptbahnhof
hätte vermutlich genügt um alle Ungereimtheiten
aus der Welt zu schaffen. Da Sie selbst an einem Straßenzeitungsprojekt
mitwirken, wird Ihnen bekannt sein, dass die Verkäufer
mitunter unverschämte Verkaufspraktiken an den Tag
legen
. Sie werden verstehen, dass wir weder Zeit noch Mittel
zur Verfügung haben, die Verkäufer zu überwachen,
da wir außer von unseren Stammkunden, die zu 90 %
auch regelmäßige Gäste unserer Suppenküche
sind, meistens noch nicht mal den Vornamen kennen. Des Weiteren
wird unsere Zeitung nachgedruckt und von dubiosen Verkäufern
an den Mann gebracht.
Wir sind uns auch nicht sicher, wie wir diesen Umstand
aus der Welt räumen können. Ab und zu bekommen
wir von aufmerksamen Käufern eine gefälschte Ausgabe
zugesendet, aber ohne ein Foto bzw. einen Namen oder zumindest
eine genaue Beschreibung des Verkäufers können
wir nichts ausrichten.
Eigentlich sollte dies auch Aufgabe des zuständigen
Ordnungsamtes bzw. der hierfür zuständigen Behörde
sein. Wir hoffen, dass Sie in ihrer Septemberausgabe objektiv
berichten, in jedem Fall werden wir uns eine Septemberausgabe
beschaffen. Wir raten Ihnen ausdrücklich von einer
„Hetzkampagne“ ab, dies ist nicht unser beider
Interesse.
Der Artikel der Frankfurter Rundschau wird auch noch ein
Nachspiel haben, wir werden in jedem Fall eine Gegendarstellung
verlangen. Sollten Sie in Ihrer Septemberausgabe Unwahrheiten
über unser Projekt verbreiten, so werden wir dagegen
angehen und versuchen, ein Verkaufsverbot über diese
Ausgabe zu erwirken.
Diese unseriösen Verkaufspraktiken werden von uns
nicht unterstützt, und wir können sie auch nicht
dulden. Allerdings sind uns mehr oder weniger die Hände
gebunden. wenn wir die Herausgabe unseres Projektes einstellen
würden, würden diese Personen wahrscheinlich einfach
ein anderes Blatt kopieren/nachdrucken bzw. sich beschaffen
und verkaufen. Wirklich schade, wir haben erfahren, dass
einer Ihrer Redakteure in Darmstadt lebt, wieso haben sie
sich nicht mal die Mühe gemacht unsere Suppenküche
zu besuchen um diesen Umstand zu klären? Wir bleiben
in Kontakt,
Robert M.
P.S.: Ich hatte die letzten beiden Wochen einfach beruflich
und privat zu viel um die Ohren, sonst hätte ich gewiss
früher geantwortet. Ich habe ihre E-Mail erst heute
gelesen. Wissen Sie denn eine Lösung für dieses
Problem? Wir wissen, dass wir nämlich nicht das einzige
Straßenzeitungsprojekt sind, die hiervon betroffen
sind. Dies schadet dem Ruf aller Straßenzeitungen,
nicht nur unserer, es ist also in unser aller Interesse
das solche Personen verfolgt und zur Rechenschaft gezogen
werden“. |
Anscheinend hat der zweite Artikel in der FR die Redaktion nervös
gemacht. Wieder wird so getan, als sei man das arme Opfer und
nicht der Täter. Angeblich wird der StraMaX auch kopiert,
bzw. nachgedruckt – schon im Streetworker 1/2005 wird davor
gewarnt: „Die Zeitung STREEWORKER wurde schon des Öfteren
kopiert und in minderwertiger Qualität nachgedruckt und in
Umlauf gebracht...Wir werden umgehend rechtliche Schritte einleiten,
sofern es in unserer Macht liegt“.
Naja, wie soll das funktionieren? Um die Zeitung nachzudrucken
muss ich die Druckvorlagen haben. Bleibt noch das Kopieren. Dazu
brauche ich allerdings einen Kopierladen, der auf Zeitungspapier
kopiert. Mir ist kein Laden bekannt, der das macht und außerdem
wären die Kosten für das Kopieren einer ganzen Zeitung
sehr hoch. Stellt sich für mich auch noch die Frage, wieso
muss die Redaktion darauf hinweisen, dass solche Sachen angeblich
gemacht werden und warum wird dann dagegen nichts unternommen?
Herr M. weist auch darauf hin, dass dies angeblich auch mit anderen
Straßenzeitungen gemacht wird – mir ist dies allerdings
nicht bekannt und es wäre von daher nett, wenn Herr M. dann
aber auch konkrete Namen nennen würde.
Sicherlich – da hat Herr M. Recht – gibt es einige
schwarze Schafe unter den Verkäufern. Aber auch hier wieder,
das „arme Opfer“. Angeblich kenne man die meisten
Verkäufer noch nicht einmal mit dem Vornamen. Sorry, was
ist das für eine Straßenzeitung, die ihre Verkäufer
nicht kennt?
Auch hier stellt sich wieder die Frage, warum werden auf Seite
2. im StraMaX die „Regeln für den Verkauf“ veröffentlicht
und sonderbarerweise verstoßen die Verkäufer gegen
alle Regeln, die hier aufgelistet sind! In der aktuellen Ausgabe
schreibt ein Leser: „Es war ein ausländisches Mädchen,
dass mir die Zeitung anbot mit einem Hinweis auf Waisenkinder,
für die die Spende sein sollte. Das mit den Waisenkindern
war leicht zu durchschauen“. Herr M. macht es sich sehr
einfach, wenn er meint, dies sei die Aufgabe der Behörden,
etwas dagegen zu unternehmen.
Auf andere Vorwürfe von uns geht er erst gar nicht ein:
Wieso geht beim Verkaufspreis nicht eindeutig hervor, wie viel
der Verkäufer bekommt. Bei allen Straßenzeitungen ist
dies für den Käufer klar ersichtlich?
Auf dem Titelbild des FREIeBÜRGER schreiben wir, Preis:
1,50 Euro, davon 70 Cent für den Verkäufer.Transparenz
ist für die Hintermänner anscheinend ein Fremdwort.
Was haben die Herausgeber zu verbergen? Denn ansonsten würden
sie ja offener antworten. Wieso wird bei dem oben erwähnten
Artikel in der FR darauf hingewiesen, dass der Name des Vereinsvorsitzenden
der Redaktion bekannt ist?
Solange ich hierauf keine Antworten bekomme, gehe ich davon aus,
dass mein Eindruck, es handele sich hier um ein organisiertes
Drückergeschäft, stimmt.
In Stuttgart haben StraMaX-Verkäufer versucht, mit Trott-War-Zeitungen
Spenden für Projekte, etwa einer Suppenküche, zu sammeln.
In Freiburg sammelte eine Verkäuferin angeblich Spenden für
den Freiburger Essenstreff, die dort aber nie eingingen. Auch
unsere Kollegen aus Essen bestätigten mir dieses Verkaufsgebaren.
„Verkaufspraktiken wie diese schaden dem guten Image, das
sich andere Zeitungen erworben haben.“, sagte die erste
Vorsitzende des Bundesverbandes Beatrice Gerst: „Mir tut
das sehr leid, denn es trifft die falschen, die Verkäufer,
nicht die Hintermänner“. (FR 4.8.05)
Logischerweise verkaufen sie ihr Heft überall dort,
wo sich schon andere Straßenzeitungen etabliert haben. So
nutzen Streetworker/StraMax-Verkäufer das Leser-Engagement
für ihre Zwecke. Mittlerweile greift die Freiburger Polizei
auch direkt ein, sobald Fremdverkäufer hier unterwegs sind,
denn für den Verkauf braucht man in Baden-Württemberg
eine Verkaufsgenehmigung vom Ordnungsamt
. Das Innenstadtrevier hat uns deshalb eine Handynummer gegeben,
damit wir es sofort benachrichtigen können, sobald andere
Verkäufer unterwegs sind. Als StraMaX-Verkäufer das
letzte Mal in Freiburg unterwegs waren, dauerte es ca. 5 Minuten,
bis die Polizei eingriff und die Zeitungen beschlagnahmte. In
Stuttgart griff die Polizei ebenfalls ein.
Uli
P.S. Ich verstehe diesen Artikel nicht als Hetzkampagne,
sondern wir möchten unsere Leser ganz einfach und sachlich
darüber informieren, was der StraMaX für eine Zeitung
ist.
Seit
Anfang 2009 tauchen wieder verstärkt VerkäuferInnen
dieser Zeitung in Freiburg und dem Umland auf. Aktuell wird sie
unter dem Namen „Straßenträumer“ verkauft.
Diese Namensänderung hatte einen guten Grund, denn hinter
den Vorgängern agierte ein Verein namens „Food for
you“.
Dieser Verein „Food for you“ mit Sitz im hessischen
Darmstadt (wieder ist der Kiosk die einzige Kontaktadresse, die
im Impressum erwähnt wird) darf in Rheinland-Pfalz keine
Zeitungen mehr verkaufen.
„Auch das Spendensammeln sei dem Verein untersagt, teilte
die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) gestern mit.
Nach Angaben der Trierer Spendenaufsicht erbrachte der Verein
„Food for you e.V.“ keinen Nachweis über die
zweckgebundene Verwendung des durch den Zeitungsverkauf oder Spenden
erworbenen Geldes.
Der vor vier Jahren gegründete Verein lasse die Zeitungen,
„StraMax“ und „Streetworker“ für
vermeintlich gemeinnützige Zwecke vertreiben, so die Behörde.
Zudem rufe er zu Spenden für Obdachlose und Kleiderkammern
auf. Die ADD verhängte nach eigenen Angaben nun ein Zwangsgeld,
da „Food for you“ sich bislang geweigert habe, die
Zeitungsvertreiber über das Verkaufsverbot der Obdachlosenzeitung
in Rheinland-Pfalz zu unterrichten“. (SWR 14.02.2009).
Bisher gilt dieses Verkaufsverbot allerdings nur für Rheinland
Pfalz. Sollten Sie VerkäuferInnen dieser Zeitung sehen, rufen
Sie uns einfach an und wir werden uns mit dem Ordnungsamt bzw.
der Polizei in Verbindung setzen!
Weitere Infos bei:
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