Die Strassenzeitung aus Freiburg


Mahlzeit! Heute ist Sonntag, der 01. August 2010
   

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Freiburger Hausbesetzung & Wagenplatz geräumt

Am Donnerstag den 15.01. 2007 wurde das besetzte Haus an der Kaiserstuhlbrücke mit einem Großaufgebot der Freiburger Bereitschaftspolizei, einer zehnköpfigen Hundestaffel, sowie Beweissicherungs- und Festnahme Einheiten (BFE) umstellt.

Das seit Jahren leerstehende, alte Flugplatz- Gebäude, das die Stadt Freiburg an Wirtschaft, Touristik und Messe (FWTM) vermietet hat (laut Badische Zeitung, vom 16.02.2007), wurde am Abend zuvor durch eine Party aus dem linksradikalen Spektrum besetzt.

Danach wurde die Autonome Uni Freiburg [auf!] ausgerufen, mit dem Ziel freie Bildung für alle, angesichts einer rasanten Durchkommerzialisierung der verbleibenden staatlichen Bildungsinstitutionen, auch in Zukunft zu verwirklichen.

Das Problem unbezahlbaren Wohnraums war und ist ein weiterer Beweggrund für das erschließen leerstehender Gebäude. Die Räumlichkeiten sind (solange die Abrissbirne nicht schwingt) ideal geeignet, für Seminare, Werkstätten und Wohnraum.

Das Haus wurde am frühen Nachmittag geräumt und fünf der BesetzerInnen wurden festgenommen. „Vor der Räumung kam es zu keinen weiterführenden Verhandlungen mit der Einsatzleitung der Polizei oder den „Hausherren“ – die Dialogbereitschaft war gering“, so ein Passant der das Ganze beobachtete.

Am selben Nachmittag wurde der alte Schießplatz geräumt, den die Strassenpunx seit Herbst als Wagenburg umfunktioniert hatten, um dort zu leben.
Es kam zu zahlreichen Platzverweisen und mindestens drei Festnahmen.

Bei der Aktion, die sich mehr oder weniger über den gesamten Tag streckte, wurde das gesamte Industriegebiet Nord von Unmengen von PolizistInnen abgeriegelt. Zahlreiche UnterstützerInnen und PassantInnen wurden auf der Hermann-Mitsch-Straße gekesselt und kontrolliert. „Es war geradezu unmöglich bis an die Wagenburg oder an die [auf!] heranzukommen um die BesetzerInnen zu unterstützen“, so ein weiterer Passant.

Ein Redakteur von Radio Dreyeckland, sowie ein Berichterstatter von „fudder.de“ wurden wegen Hausfriedensbruch angezeigt, da sie sich auf dem Gelände der autonomen Universität befunden haben sollen, um aus erster Hand über die politischen Inhalte der Aktion zu berichten.

Die Repression gegen Andersdenkende in Freiburg nimmt ihren Lauf, die Zerstörung oder profitorientierte Umstrukturierung von Gebäuden und Ganzen Stadtteilen auch.

Die Vertreibung der Strassenpunx hat immer noch kein Ende, ein neuer Platz muss her für mehr alternative Lebensformen. Diverse Gruppen und Individuen werden unter dem Kürzungsdruck und dem stetig steigenden Mietspiegel neue Räumlichkeiten erschließen müssen.

 

Weitere Informationen auf: indymedia.org

 Lesen Sie auch den Artikel aus der Ausgabe Oktober 2006
(mit Interview von  Ellen und Jan von den Straßenpunx)

 


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