Am Donnerstag den 15.01. 2007 wurde das besetzte Haus
an der Kaiserstuhlbrücke mit einem Großaufgebot der Freiburger
Bereitschaftspolizei, einer zehnköpfigen Hundestaffel, sowie
Beweissicherungs- und Festnahme Einheiten (BFE) umstellt.
Das
seit Jahren leerstehende, alte Flugplatz- Gebäude, das die
Stadt Freiburg an Wirtschaft, Touristik und Messe (FWTM) vermietet
hat (laut Badische Zeitung, vom 16.02.2007), wurde am Abend zuvor
durch eine Party aus dem linksradikalen Spektrum besetzt.
Danach wurde
die Autonome Uni Freiburg [auf!] ausgerufen, mit dem Ziel freie
Bildung für alle, angesichts einer rasanten Durchkommerzialisierung
der verbleibenden staatlichen Bildungsinstitutionen, auch in Zukunft
zu verwirklichen.
Das Problem unbezahlbaren Wohnraums war und ist ein weiterer Beweggrund
für das erschließen leerstehender Gebäude. Die Räumlichkeiten
sind (solange die Abrissbirne nicht schwingt) ideal geeignet, für
Seminare, Werkstätten und Wohnraum.
Das Haus wurde
am frühen Nachmittag geräumt und fünf der BesetzerInnen
wurden festgenommen. „Vor der Räumung kam es zu keinen
weiterführenden Verhandlungen mit der Einsatzleitung der Polizei
oder den „Hausherren“ – die Dialogbereitschaft
war gering“, so ein Passant der das Ganze beobachtete.
Am selben Nachmittag
wurde der alte Schießplatz geräumt, den die Strassenpunx
seit Herbst als Wagenburg umfunktioniert hatten, um dort zu leben.
Es kam zu zahlreichen Platzverweisen und mindestens drei Festnahmen.
Bei der Aktion,
die sich mehr oder weniger über den gesamten Tag streckte,
wurde das gesamte Industriegebiet Nord von Unmengen von PolizistInnen
abgeriegelt. Zahlreiche UnterstützerInnen und PassantInnen
wurden auf der Hermann-Mitsch-Straße gekesselt und kontrolliert.
„Es war geradezu unmöglich bis an die Wagenburg oder
an die [auf!] heranzukommen um die BesetzerInnen zu unterstützen“,
so ein weiterer Passant.
Ein Redakteur von Radio Dreyeckland, sowie ein Berichterstatter
von „fudder.de“ wurden wegen Hausfriedensbruch angezeigt,
da sie sich auf dem Gelände der autonomen Universität
befunden haben sollen, um aus erster Hand über die politischen
Inhalte der Aktion zu berichten.
Die Repression
gegen Andersdenkende in Freiburg nimmt ihren Lauf, die Zerstörung
oder profitorientierte Umstrukturierung von Gebäuden und Ganzen
Stadtteilen auch.
Die Vertreibung der Strassenpunx hat immer noch kein Ende, ein neuer
Platz muss her für mehr alternative Lebensformen. Diverse Gruppen
und Individuen werden unter dem Kürzungsdruck und dem stetig
steigenden Mietspiegel neue Räumlichkeiten erschließen
müssen.
Weitere Informationen auf: indymedia.org
Lesen Sie auch den Artikel aus der Ausgabe
Oktober 2006
(mit Interview von Ellen
und Jan von den Straßenpunx) |