Die Strassenzeitung aus Freiburg

Artikel und Beiträge aus einem anderen Blickwinkel

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

TOPARTIKEL JUNI

 

 

 


Mach was du willst!


Nicht wahr, Sie sind eine Leserin? Etwa vier von fünf Nutzerinnen unseres FREIeBÜRGER sind weiblich.

Diese Annahme beruht auf fünf Jahren Erfahrung, einer Handvoll Verkäuferinnen-Aussagen und einer handgestrickten Hochrechnung. (Damit ist sie so glaubwürdig oder so unzutreffend, wie jede andere Statistik auch). Also, wie machen Sie das?

Wo bleibt Ihnen trotz Job und Haushalt die Zeit zu lesen? Ach so, Sie halten wenig von den meisten Computerspielen und Sie gehen selten in Kneipen.

Die ganzen TV-Übertragungen von WM’s und EM’s sind Ihnen wurscht und wenn Schumi den Rollstuhl-Pokal gewinnt, erfahren Sie das noch rechtzeitig von Ihren Arbeitskolleginnen.

Ja, dann sind Sie heute – wie heißt es doch: meine Zielgruppe.
Als in der Redaktionssitzung Anfang Mai das Thema „Konkurrenz“ für diese Ausgabe aufs Korn genommen worden ist, habe ich das persönlich genommen, als Frau persönlich genommen.

Wie schneidet die Frau gesellschaftlich im Land der Bundeskanzlerin Merkel und einer Hundertschaft von Gleichstellungsbeauftragten ab?

 

 

Die Recherche erfordert viele Blickwinkel; zuerst den semantischen. Lesen Sie nun einmal, wie es sich liest, wenn sie gemeint sind – und die Männer nur mitgemeint. (Bereits das ist gewöhnungsbedürftig!)

Konkurrenz belebt das Geschäft. Meistens wissen wir sehr genau, was wir wollen. Du wirst dich doch selber nicht los. Folglich bringst du dich ein. Es gibt ebenso viele Möglichkeiten, etwas zu tun oder zu lassen, wie es Menschen gibt. Nur Maschinen kopieren. Wenn die Menschen Maschinen wären, würde allerdings jede ihre Tätigkeiten als Arbeit bezeichnet. Der Trierer Ur-Kommunist Karl Marx hatte gemessen am Zeitgeist wirklich seltsame Ideen.

Er schrieb: Man müsse die Gesellschaft an der gesellschaftlichen Stellung der Frau messen. Rund einhundert Jahre später ist der Ruf „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ zwar recht laut zu hören. Es geht dabei aber vor allem um die moderne Unsitte der schlecht bezahlten Leiharbeit. Die Frauen werden noch immer mit einem Vierfünftel-Lohn und der Fabel von der Ameise, die im Sommer Vorräte sammelt und der Heuschrecke, die sich singend vergnügt, abgespeist. Zwischen wertvoller und wertloser Tätigkeit wird zuungunsten weiblicher Arbeitnehmerinnen unterschieden.

Nachbarschaftsneid

AUCH FRAUEN HABEN ANSPRÜCHE
„Bäckerin und Konditorin war schon immer mein Traumberuf“. Ich habe eine Frau gesprochen, der eine Lehre angeboten worden ist. Nicht obwohl, sondern weil sie eine gereifte Person ist, wollen die Meisterinnen ihr diese Lehrstelle geben. Die über Vierzigjährige ist Hartz IV-Empfängerin und bisher ohne Berufsausbildung. Zwei Mädchen, das große selbst schon eine erwachsene Frau, spielen in ihrer Biografie eine wichtige Rolle- und die Bedingungen unserer Gesellschaft natürlich.

Jetzt vertreten ihre Sachbearbeiterinnen von der Arge diese Bedingungen. Ob sich ein Schlupfloch in den Bestimmungen finden wird? Die allgemeinen Regeln besagen, dass Hartz IV-Empfängerinnen, abgesehen von Wiedereingliederungsmaßnahmen (Klartext: Ein-Euro-Jobs), keine Förderungen genehmigt werden. Beihilfen zu Lehren, Weiterbildungen oder für ein Studium sind nicht vorgesehen. Es ist ein großes Beharrungsvermögen notwendig, wenn jemand einen Bürokratenapparat über Umwege auf das eigene Ziel hinauf schubsen will.

 

Schon bei einem zweiten Gespräch berichtete mir die Betroffene, ihr sei eine Produktionshelferinnentätigkeit bei einem Leiharbeitsvermittler angetragen worden. Eine Arbeit, die als „zumutbar“ eingestuft wird und aus dem Bezug von Transferleistungen heraus führt, muss angenommen werden. Die Zukunftsaussichten zweier Gelegenheiten abzuwägen, lehnen Mitarbeiterinnen der Argen in der Regel ab. Sie tun, was in ihrer Zuständigkeit liegt. Betroffene knicken in der Regel rasch ein: sie können sich Sanktionierungen schließlich nicht leisten. Hätte die Frau allerdings nicht von ihrem „Traum-Beruf“ gesprochen, sondern formuliert: „...war schon immer mein Berufsziel“, ich (und wahrscheinlich auch die, mit denen sie verhandeln muss) schätzten ihr Widerstandspotential höher ein. Auch Angestellte im öffentlichen Dienst mögen reibungslose Abläufe.

Niemand ist böse, wenn etwas einfach und eindeutig ist. Die Menschheit teilt sich in Unterdrückte und Unterdrückerinnen. Nicht zur ersten Kategorie zu gehören, muss erlernt werden. Bei Frauen tritt hier häufig ein Defizit zutage. Ständig erlebte Bedürfnishemmung wirkt auf den gedanklichen Prozess, indem sie den Zugang zu klaren, einfachen und stringent formulierten Willensäußerungen verhindert.

Frauen, die sich einbilden, die Welt durch Lächeln und Schmeichelei zu manipulieren, sind Närrinnen. Verstellungstaktiken kosten Energien, die zum Aufbau eines Selbst dadurch knapp werden. Weit besser beraten sind jene, die einen Modus eigenen Widerstands entwerfen, in einer Weise, die Unabhängigkeit und Originalität widerspiegelt. Gesellschaftliche Räume, die dem Erfahrungsaustausch dienen und einen Übungsplatz bieten, können Stammtische, Spielplätze oder auch Internet Plattformen, sogar Museen sein. Wo immer Frauen ungestört kommunizieren können.

Selbst Frauen in prekären finanziellen Situationen sind von Kontakten zu Mitkämpferinnen nicht ausgegrenzt. Sie finden sie in Second Hand Läden oder Hilfsorganisationen wie zum Beispiel OFF - Obdach für Frauen in Freiburg. Was frau dafür aufgeben muss, ist ihre Rolle als Hauptkonsumentin im kapitalistischen System; ihre Gläubigkeit an romantizistische Werbesprüche. Es gibt keine Kücheneinrichtung, in der sie als zaubernde Fee auftritt.

Es gibt auch kein Parfüm, das ihren Mr. Right unweigerlich anlockt und lebenslang an ihren Saum heftet. Konsum- und Ratensklavinnen sind in ihrer schöpferischen Willenskraft stark eingeschränkt, insbesondere dann, wenn sie ihr Leben mit einem Mann teilen, dessen Faszination an ihnen längst Langeweile und Befremdet-sein gewichen ist und der deshalb eigene Interessen mit männlichen Weggefährten verfolgt.

Narzissmus, Eigenliebe, ist dem Menschen in die Wiege gelegt. Der Mensch, der sein Bild erblickt, erkennt und liebt es, aus Übereinstimmung, Verständnis, Vertrauen und Gemeinsamkeit. Das ist der Grundstein der Liebe, die Gesellschaften schafft.

Begehren ist die Ursache
aller Bewegung.
Bewegung ist die Eigenschaft
alles Existierenden.
Sicherheit ist die Verleugnung
des Lebens.

 

Das ist die Grundlage für soziale Strukturen, denn sie orientiert sich am gemeinsamen Wohl. Gegenseitigkeit ist das Wesen der Liebe und deshalb das angemessene Liebesobjekt das Gleichwertige: die Person oder Gruppe mit Eigenwertbewusstheit. Was der Mensch für das empfindet, was sich vollkommen von ihm unterscheidet, sind Faszination und Interesse solange diese den Reiz des Neuen verströmen.

Danach tritt zutage, was unvereinbar ist oder zumindest scheint. Frauen, die vermeintlich weibliche Attraktivität überstülpen, weil sie ihrer eigenen weniger trauen als der in Hochglanzmagazinen angepriesenen, geraten besonders häufig an Partner, die bald enttäuscht und gelangweilt reagieren, wenn sie die Farce durchschaut haben.

Auch umgekehrt gaukeln konservativ konditionierte Männer den Frauen oftmals Erfolge vor, die gar nicht ihrer Wesensart entsprechen. In unserer Kultur machen sich noch immer Männer zu Krüppeln, weil sie einen Standard der Vollkommenheit erwarten.

 

Sie sehen sich in ihrer überkommenen Arroganz in der Rolle des Bestehenden und erwarten Gleiches oder zumindest Anpassung. Wo in solchen Partnerschaften auch die Frau nicht die Ausgleichskraft der Wahrheit entgegenzusetzen hat, staut sich Aggression.

Ein bequemes gegenseitiges Arrangement, Flucht vor Einsamkeit kann bestenfalls das kleinere Übel, aber nie die Erfüllung sein. Die Bindung zwischen Männern lässt sich durch das einfache Prinzip der Harmonie der similes inter pares (Ähnliche unter Gleichen) erklären. Die Ehefrau reagiert in vielen Fällen zu Unrecht mit Eifersucht auf den Drang des Mannes seine Zeit unter Kumpels zu verbringen. Männerkultur enthält eine Sparte der Anti-Häuslichkeit. Sie sollte lieber hinterfragen, ob ihr nicht der Gebrauch von Begegnungen mit dem eigenen Geschlecht wegerzogen worden ist.

Gepriesen wurde womöglich die Suche nach Sicherheit und Familie, eine trügerische Sicherheit, die in unserem komplexenSystem den Ehemann häufig überfordert. Die Beziehungen zwischen Frauen entwickelt sie widersprüchlich, vertraulich bis zum Äußersten, aber illoyal, unzuverlässig und spannungsgeladen. Es ist den Frauen bewusst, dass sie unter dieser Fehlkonditionierung leiden. Aber wagen sie, es sich einzugestehen?

Lucys Strandurlaub

Zu den Problemen der Kleinfamilie, mit oder ohne Erzeuger der Kinder,treten die Rivalitäten des gedrängten Stadtlebens. Besondere Ängste verursachen Wohnblocks. Ein Garten ist keine Gedankenverlorenheit. Ein Garten ist ein Lebensraum und ein Programm. Ein Garten ist auch ein Kinderparadies. Absurd, wie viele Kinder in einer Umgebung groß werden müssen, die allem Gedeihen feindlich gesinnt ist.

Oft sind es Konkurrenzverhältnisse, wenn sich jede Familie wegen ihrer ethnischen, moralischen, religiösen oder wirtschaftlichen Zugehörigkeit der nachbarlichen überlegen dünkt. Wohnungstüren verschanzen private Welten. Kommunikation beschränkt sich auf ein zaghaftes Kopfnicken im Flur.

Hin und wieder lösen Nichtigkeiten Zank aus. Generell bleiben gemeinsam genutzte Flächen ungepflegt, oder sie werden gar von der Jugend mutwillig verschandelt. Einsamkeit ist nirgends grausamer als in nächster Nachbarschaft mit Menschen, die einem fremd bleiben, ja, die man vielleicht sogar fürchtet.

ES GEHT AUCH ANDERS
Wo Frauen wieder Begegnung praktizieren, wird Isolation gebrochen. Kreativität löst Alltagssorgen oft auf überraschend einfache Weise. Wer bestimmt, dass „im Dutzend billiger“ sich auf eine einzige Familie beziehen muss? Weshalb sollte es nicht wie früher in den Dörfern üblich, gemeinsame Tiefkühltruhen geben? Müssen vier Mütter vier Kinder zum Kindergarten begleiten, oder kann das nicht auch abwechselnd eine übernehmen?

Der Hauptgewinn solcher Kooperativen ist und bleibt jedoch in der zwischenmenschlichen Auseinandersetzung. Die Frau spiegelt sich in der anderen Weiblichkeit, entwickelt Freundschaft, findet Bestätigung. Altruismus mag ein hohes Ideal sein, leider ist es jedoch ein Trugbild, ein Organismus, dessen Zellen sich abstoßen.

 

Tatsächlich ist es ausgeweitete Eigenliebe, wenn solche Kooperativen entstehen. Sie begründen einen Schutzwall gegen Unterdrückung. Der Unterdrücker fürchtet immer die Einigkeit der Unterdrückten und die Flucht aus dem psychologischen Zaum. Gewaltbereite Ehemänner, profitgierige Vermieter, betrügerische Handwerker und auch Einbrecher sehen sich einer vervielfachten Gegenwehr ausgesetzt.

Ein „sozialer Staat“ ist auf eine Ansammlung von sozialen Gruppen ausgerichtet, nicht auf Millionen von Individuen. Gruppenforderungen in Einklang zu bringen, ist die Aufgabe des Staates, die durch Disziplinierung erfüllbar ist. Wo jeder sein eigenes Süppchen kocht – der Ausdruck ist gleichzeitig allegorisch – entsteht jene kranke Form von Anarchie, die die Stärksten beziehungsweise Rücksichtslosesten begünstigt. Wir sehen es am Beispiel der Marktwirtschaft, die ihr Beiwort „soziale“ eingebüßt hat.

Frauen kooperieren

KLEINE KINDER, KLEINE PROBLEME...
Kindererziehung in den Schuhschachtelwohnungen unserer Städte kann nicht ohne Reibung vonstatten gehen. Abhängigkeit ist die Vernichtung von Liebe. Das Kind wird von der Mutter zur Lebensmitte herausstilisiert. Diese einzige Person, die allein über es bestimmt, erdrückt es mit ihrer Aufmerksamkeit. Es lernt bald die Verfügbarkeit seiner Mutter auszunutzen.

Es fragt, was es nicht wissen will, es fordert, was es nicht haben will, erpresst sie im Laden, damit sie ihm Süßigkeiten kauft und es auf den Arm nimmt. Später entdeckt das Kind, dass es Mutter und Schule gegeneinander ausspielen kann.

Kinder, die sich weigern, Autorität zu akzeptieren, sind in einer Reihe von Dingen gut, ebenso jene, die dem Druck zur Konformität widerstehen. Kindliches Verhältnis zur Welt ist naturgemäß im Einklang mit einem autonomen Moralkodex.

Es sollte nicht bestimmt sein von der Notwendigkeit, die Umwelt auszubeuten oder von ihr ausgebeutet zu werden, sondern von dem Wunsch, sie zu beobachten und zu verstehen.

 

Der unschuldige Blick kennt keine Verachtung; das Unbekannte schreckt nicht. In der heutigen Lebensrealität hat diese Unschuld nur eine sehr kurze Spanne Zeit. Dabei muss die Vorbildfunktion der Eltern kritisch ins Auge gefasst werden. Schon Kinder sind isoliert, wo soziale Kontakte nicht als Lerninhalte zur Verfügung stehen. Den Kindern ist das nicht bewusst. Ihre emotionale Intelligenz kann bis etwa vierzehn Jahren nicht wirklich zwischen realer und virtueller Welt unterscheiden. So ist der Hass auf ein Monster real, obwohl das Kind auf der Intellektbasis weiß, dass es eine solche Kreatur nicht gibt. Das schafft Zerrissenheit, Zündstoff, der in die Pubertät hineingetragen wird.

Was einem Teil der Jugendlichen fehlt, ist der Respekt vor der eigenen Person. In einen Wettbewerb kann nur eintreten, wer gelernt hat, sich abzugrenzen. Kein Respekt vor den Erwachsenen! Stimmt. Wie sollte der sich auch entwickelt haben. Und Respekt war auch schon in vergangener Zeit etwas anderes als Angst vor Hieben.

HASS UND VERACHTUNG
Beinahe jeder Junge könnte beschreiben (wenn er denn in der Lage ist, sich für uns Erwachsene verständlich zu artikulieren), welcher Hass und Verachtung ihn umtreibt. Nicht zuletzt aufgrund sexueller Impulse entlädt sich ein Großteil der polymorphen, an vielen Niederlagen angestauten Schuldgefühle an Mädchen. Lehrerinnen und Müttern gilt es gleichermaßen, nur nicht so offen. Ein unpersönliches vulgäres Vokabular drückt den emotionalen Mangel trefflich aus.

Wenn er Gelegenheit findet, wichst er sie voll. Das ist für ihn weit weniger etwas Persönliches als das Mädchen glaubt, welches er rumgekriegt hat. In seiner Jungengruppe erkennt er sich selbst wieder. Alles, was außerhalb Frustration hervorruft, nimmt den Status einer Sache an, eine Sache an der er seine Wut auslässt. Selten sind es geplante Aktionen der Jungengruppen. Angestachelt von Ehrgeiz, sich den Umstehenden zu präsentieren, zerstören sie Telefonzellen und Straßenleuchten oder sie „machen eine Tusse fertig!“ Mit Grauen wurde ich hinter einer Trennwand zur zufälligen Zuhörerin eines Gesprächs zwischen zwei Freundinnen; etwa dreizehn Jahre jung.

Die eine berichtete mit zaudernder Stimme der anderen, dass ihr „Freund“ auf einer Party von ihr verlangt hatte, dass sie auch mit seinen besten Freunden Sex machen solle. Die Kleine war offenbar gehorsam. Sie nannte Namen – und dass „das“ noch ok gewesen sei. Nur bei dem Soundso habe sie sich geweigert. „Der sei ihr zu blöde und zu eklig gewesen. Das habe ihr Freund dann auch akzeptiert“. Die zuhörende Freundin brachte nur hin und wieder einige Laute zustande, die entfernt an Kichern erinnerten. Eine Meinung über das Gehörte äußerte sie nicht.

Später sah ich viele sehr junge Mädchen herauskommen. Welches mochte die Rednerin gewesen sein? Da mir jede Idee fehlte, ob oder wie eine Einflussnahme möglich wäre, redete ich mir schließlich den Trost ein, die beiden Gören könnten meine Anwesenheit bemerkt und für mich ein „Schocktheater“ inszeniert haben. Doch leider traue ich auch im Nachhinein keiner in der ganzen kindlich-überspannten Truppe derartig schwarzen Humor zu.

Jeden von uns interessiert, welche Eigenschaften zur ersten bzw. zur zweiten Wahl machen. Wieso fahren manche Menschen von Anfang an auf der Überholspur und andere, die sich abmühen, alles richtig zu machen, bewegen sich auf einem Gehsteig, der mit Schmierseife verklebt scheint?

Erwerbstätigkeit wird heute auch für Frauen vorausgesetzt. Positionierungen, wie die der neuen Aufsichtsrätinnen in der WestLB, Hildegard Müller und Annette Messemer, sind allerdings noch immer so ungewöhnlich, dass den Meldungen der Wirtschaftsblätter das Erstaunen darüber deutlich anzumerken war. Wandelten nicht gerade eben erst Nachrichtensprecherinnen und Politikerinnen das gewohnte Bild? Normal ist das nicht. Nein? Warum nicht? Die Bevölkerung ist zur Hälfte weiblich.

Konkurrenz und Rivalität sind soziale Verhaltensweisen und für jedes Fortkommen notwendig, wie auch Solidarität. Absurd sind nur oft die Schauplätze. Geradezu skurril sind Vorbereitungen, Tricks, Taktiken. Tatsächlich haben Frauen doch reelle Chancen, wo immer sie es wollen. Ihr Selbstvertrauen sollten sie sich bei Gefährtinnen bestätigen lassen. Der Globus sprudelt von Problemen, die nicht mit dem Haushaltsschwamm zu lösen sind. Und, dass Frauen die besseren Männer sein müssten, ist die völlige Verdrehung. Frauen sind gut genug – und sie sind gut, weil, und nicht obwohl, sie Frauen sind!

Ella

 

 

 

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