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Die Freiburger Strassenzeitung

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Ein fröhliches Aloha liebe Leser,

Jahrelang habe ich so getan, als würde ich den Winter mögen, ja geradezu herbeisehnen. Dieses Verhalten kam eigentlich nur dadurch zustande, dass alle anderen den Winter hassen. Ich gestehe, es war eine jahrelange sorgfältig gepflegte Trotz-Reaktion.

Nun endlich bekenne ich Farbe und reihe mich ein in die Sondersendungen, Schnee-Katastrophen-Berichte und das Wehklagen ob des Winters.

Wintervertreibung

Einschränkend werde ich allerdings einen Teufel tun und mich mit den Autofahrern solidarisieren. Nach wie vor kann ich es nicht glauben, dass der Autofahrer tatsächlich in jedem Winter vom Winter überrascht wird.

Es ist an der Zeit mit meiner Anti-Einstellung aufzuräumen und konstruktive Lösungen anzubieten.

Während andere nur den Status von AAA auf AA ändern, mache ich klar Schiff und schreibe es laut aus: Der Winter ist nun mal das Arschloch unter den Jahreszeiten. Es ist kalt und usselig, es ist nass und dunkel, hin und wieder ist er auch widerlich weiß. Der blöde Schnee vergräbt alles Bekannte und Vertraute unter sich.

Kurz: Der Winter ist das Fukusima des kleinen Mannes. Ein Super-Gau, der jedes Jahr wieder kommt.

Noch nicht mal meine geliebte Batman-Unterbuxen können dagegen noch helfen. Das unbestrittene Symbol des Winters ist der Schneemann. Selbst Wikipedia schreibt über ihn verächtlich: „Alte bildliche Darstellungen zeigen ihn als personifizierten Winter in recht bedrohlicher Gestalt in Übergröße, mit grimmiger Miene und drohend erhobenem Besen.“ Eben, er ist ein fieser, heimtückischer Geselle, immer am falsch grinsen und dazu noch gut gekleidet mit seinem schicken Zylinder. Er steht so elegant im versifften Schnee und hat trotz alledem ein ganz wahnsinnig tolles Image.

Nur weil ihn anscheinend „Kinder“ errichtet haben. Aber in Wirklichkeit tut er nur so, als wäre er von Kindern errichtet, damit man ihm nichts antut. Pustekuchen, das wirkt bei mir nicht. Mich täuscht er nicht. Der Schneemann ist der verkleidete Vater Frost und hat sich in seiner Bösartigkeit selbst errichtet. Punkt. Er ist der Übeltäter. Der verstorbene Kim Jong Il ist ein Waisenknabe gegen ihn. Er ist schlimmer als der schlimmste Bösewicht aus einem Morricone Western. Und da mir das ewige Gejammer von wegen Kälteschock und Schneechaos unerträglich ist, hier mal zur Abwechslung und entgegen meiner durchaus pazifistischen Neigung: Ein Aufruf zur Gewalt! Gegen den Schnee und die doofen Schneemänner!

Setzt der Macht der Eiskristalle ein Ende!

Kauft euch 1200 m Verlängerungskabel, nehmt einen handelsüblichen Föhn zur Hand und schon kann die Jagd beginnen. Lauert ihnen auf, zwingt sie in die Knie und lasst keine Gnade walten! Tod dem Schneemann! Sammelt Trophäen und Zylinder!

Verfüttert die Möhrennasen an unter den Schneemassen leidende Lebewesen. Dann bin ich fest davon überzeugt, dass der Winter sich das mal durch den Kopf gehen lässt. Klar werden wir auch Rückschläge in Kauf nehmen müssen und ebenso klar ist, dass er uns unvorbereitet treffen wird. Spätestens Anfang Mai wird er versuchen, mit einem „Jahr-millionenwintereinbruch“ unsere Kampfeskraft zu schmälern.

Aber, liebe Leser und Mitstreiter, das wird ihm nicht gelingen. Wir halten die Reihen geschlossen und bekämpfen ihn, wo er geht und steht. Wir wissen, dass dies nur ein letztes Aufbäumen, eine letzte hilflose Geste, eines verzweifelten alten Herren ist, dessen Tage gezählt sind.

Das Beste daran ist aber, dass er es selbst auch weiß. Spätestens nachdem in Durban wieder mal eine Uno-Klimakonferenz irgendwie gescheitert ist, starrt er wie ein Kälbchen, wenn’s blitzt in die gezogene Waffe der ungehemmten Klimaerwärmung.

So. Aktiv die Welt verändern steht auf meinem Vorsatzzettel für dieses Jahr. Das ist erst der Anfang.

Allerdings darf nicht unerwähnt bleiben, dass der Winter auch klare Vorteile hat. Wie bei so vielen Dingen liegt dieser aber nicht klar auf der Hand. Die Hippies, Ethnos und EsoterikerInnen sind ab Wintereinbruch wie durch Zauberhand aus dem Stadtbild verschwunden. Nur hier und da taucht mal ein verfrorener Ethnologiestudent im Blickfeld des Betrachters auf. Wie mich das immer erfreut.

Vor allem erinnert man sich dann mit fast schon körperlichen Schmerzen an den vergangenen Sommer. Als barfüßige, mit wallenden Kleidern bestückte und nach Patschuli stinkende Menschenmassen die Fußgängerzonen bevölkerten und kolonisierten. So was kann einem jegliche Freude an der Welt nehmen. Im Übrigen ist es meine tiefe Überzeugung, dass sich in Freiburg eine heilige Stätte dieser Verwirrten befinden muss.

Selbst habe ich sie noch nicht gesehen, aber in Anbetracht der Anzahl dieser Personen muss es einfach so sein. Vielleicht hat auch eine Waldelfe denen diesen Ort wärmstens empfohlen.

1234rock


Interview mit 1234rock unserem Strichmännchenproduzenten



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