Die Strassenzeitung aus Freiburg

Artikel und Beiträge aus einem anderen Blickwinkel

 


 

 

 

 

EG-Solar e.V.

Neuöttinger Straße 64c
84503 Altötting

 


CO2 - frei Kochen mit der Kraft der Sonne

Laut Welthungerhilfe kochen weltweit ca. 2 Milliarden Menschen mit Brennholz und dafür benötigt eine Person pro Jahr 500-700 kg Feuerholz oder eine entsprechende Menge fossiler Brennstoffe.

In vielen Entwicklungsländern ist Holz als Brennstoff kaum noch vorhanden, da bereits große Teile der Wälder abgeholzt sind und der verbleibende natürliche Holznachwuchs dem Tempo der Abholzung nicht standhalten kann.

Dieser Kahlschlag führt zu Versteppung und die Folge ist, dass ehemals fruchtbare Landschaften zu Wüstengebieten geworden sind. Aus Mangel an Holz wird in diesen Gebieten als Alternative Tierdung verbrannt, der dann allerdings als Dünger für die Bodenfruchtbarkeit fehlt.

Die Suche nach Brennholz wird immer schwerer und nicht selten müssen die Menschen mehr als 5 Kilometer laufen, um Feuerholz zu sammeln

 

Solarkocher

Foto: © EG-Solar e.V.

.Es sind Frauen und Kinder, die mehrere Stunden täglich damit verbringen, das benötigte Holz zu suchen.

„Um zu überleben sind die Menschen in den Flüchtlingslagern in Darfur und im benachbarten Tschad auf Brennholz angewiesen .Mit ihren Eseln oder zu Fuß nehmen sie den beschwerlichen und gefährlichen Weg auf sich, um das nötige Bündel Holz zu sammeln. Viele kommen nicht zurück. Frauen und Mädchen werden von den Reitermilizen, den Janjaweed vergewaltigt und grausam ermordet“. (Jahresbericht 2009 der eg- solar)

Darfur ist kein Einzelfall, denn viele Länder in denen Feuerholz Mangelware ist, sind Krisengebiete und große Teile der Gebiete sind häufig vermint oder der letzte Baumbestand befindet sich in scharf bewachtem Privatbesitz. Es gibt keine Zahlen darüber, wie viele Menschen bei der Suche nach Feuerholz sterben.

Um diese humanitäre Katastrophe zumindest zu lindern, gäbe es die einfache Lösung, den betroffenen Menschen als Alternative Solalarkocher zur Verfügung zu stellen.

Ein Solarkocher funktioniert ganz einfach:

Er besteht aus einem Aluminiumreflektor, der auf ein Gestell montiert wird, und einem Topfhalter. Zum Kochen muss man schwarze Töpfe verwenden, da diese am besten die Energie (Wärme) aufnehmen, es ist allerdings auch möglich, in der traditionellen nordafrikanischen Tajine aus Ton zu kochen. Der Solarkocher sollte windgeschützt aufgestellt werden.

Beim Kochen muss man den Topf in die Halterung stellen und den Reflektor zur Sonne hin ausrichten. Die Sonnenstrahlen werden vom Reflektor aufgenommen und gebündelt an den Topf weitergegeben. Etwa alle 20 Minuten sollte man den Kocher wieder auf die Sonne ausrichten, da diese ja ihren Standort verändert.

EG-SOLAR:

Unter dem Motto „Helfen statt Haben“ engagieren sich Schüler und Lehrer der Staatlichen Berufsschule Altötting seit Ende der 70er Jahre in verschiedenen erfolgreichen Entwicklungshilfeprojekten. Die EG-Solar besteht seit 1993 als eingetragener gemeinnütziger Verein mit weit über 100 Mitgliedern. Unsere Solarkocher haben sich beim Einsatz in inzwischen über 80 Ländern wegen ihrer einfachen Konstruktion vielfach bewährt.

In Zusammenarbeit mit der Berufsschule entwickeln wir anhand von Verbesserungsvorschlägen, die von Nutzern in aller Welt kommen, ständig neue Kochermodelle. Unsere Partner erhalten die verbesserten Solarkocher zur Erprobung.

Mit dem Kauf eines Solarkochers unterstützen Sie die Arbeit der EG-Solar, z.B. beim Aufbau neuer Werkstätten und überdies die „Sozialwerkstatt des BRK“ in Neuötting, einem sozialen Projekt des Kreisverbands des Bayerischen Roten Kreuzes. In dieser Einrichtung bauen arbeitslose, schwer vermittelbare Jugendliche den Solarkocher SK14. Durch die so erworbenen Kenntnisse gewinnen die Jugendlichen bessere Chancen beim Start ins Berufsleben.

 

Mit diesen Solarkochern kann man Kochen,Braten, Backen, Frittieren und sogar Grillen. Um mehrere Speisen zuzubereiten oder bei kurzen Sonnentagen die nötige Energie einzusparen, kann man einen Warmhaltekorb verwenden. Viele von Ihnen kennen sicherlich noch Omas Trick, die Kartoffeln und das Gulasch in ein Handtuch zu packen und es unterm Federbett warmzuhalten.

Genau nach diesem Prinzip funktioniert auch der Warmhaltekorb und in ihm können die Speisen auch noch nachgaren. Werden z.B. 50 % der Mahlzeiten mit einem Solarkocher anstatt mit Feuerholz zubereitet, können so ca. 4 Tonnen CO2 im Jahr eingespart werden.

Mit einem Solarkocher, der von der EG-Solar als Bausatz hergestellt wird, kann man für bis zu 20 Personen kochen Die Kosten für einen Bausatz des Solarkochers liegen bei 300,- bis 400,- Euro. Um diese Kosten in den Entwicklungsländern niedriger zu halten, hat die EG-Solar vor Ort Werkstätten aufgebaut, um diese Kocher herzustellen.

 

Trotzdem ist die Finanzierung vor Ort für die EG-Solar ein Problem, da es in den Partnerländern kein gut funktionierendes Kleinkreditsystem gibt. In einigen Ländern werden die Kocher gegen selbst hergestellte Wollwaren getauscht oder die Menschen übernehmen im Rahmen eines Wiederaufforstungsprojektes die Verantwortung für Baumsetzlinge.

Der Solarkocher kann auch in unseren Breitengraden genutzt werden. Entscheidend für das Funktionieren des Kochers ist ein möglichst wolkenloser Himmel und nicht etwa die Außentemperatur. So können Sie an klaren, sonnigen Wintertagen (z.B. auch bei minus 10 ° C!) die erstaunliche Kraft der Sonne nutzen

 

 

 

nach oben

Startseite