Trotzdem kam ich bald nicht mehr drum rum, den
Forderungen, doch meine Artikel selbst zu tippen, mit einiger
Überwindung nachzugeben.
Zu Anfang gab es dabei natürlich kleinere
Katastrophen, z.B. dass die fast fertig geschriebenen Artikel
plötzlich ins Aufnimmerwiedersehen abstürzten, weil
man sie nicht (richtig) gespeichert hatte oder man über
Kabel stolperte und der Rechner plötzlich stromlos da stand
und man wieder von vorne anfangen musste.
Nach erfolgreichem Überstehen solcher und
ähnlicher Nervenkrisen, merkte ich schon bald, wieviel
Spaß die ganze Sache machen kann und begann, eine Serie
über die Hexenverfolgung in Freiburg zu schreiben, die
bald eine richtige kleine Fangemeinde hervorbrachte.
Ich freute mich, dass sich die wirklich sehr arbeitsintensive
und aufwendige Recherche doch so sehr gelohnt hatte und war
auch ein bisschen stolz auf mich.
Zudem wuchs mir das gesamte Projekt immer mehr
ans Herz - es war die Mischung aus laienhaftem Chaos, Nichtaufgeben-Wollen
mit trotzigem Durchhaltevermögen für eine gute und
wichtige Sache: eine Chance für die Chancenlosen und gleichzeitig
die Möglichkeit zum eigenen unzensierten Medium.
Im Frühjahr 2000 wurde ich dann als Schriftführerin
in den Vorstand gewählt und dieses Amt betreue ich dank
der bisherigen Wiederwahlen bis heute. Ab dem Frühjahr
2001 übernahm ich die Kinderseiten und da diese in Schwarz-weiß
zu trostlos waren, erschienen diese bald auf der farbigen Mittelseite.
Zu etwa dieser Zeit begannen meine ersten Layout-Versuche,
mit ziemlichen Startschwierigkeiten, die sich erst allmählich
mit einigen Hilfestellungen unserer bisherigen Layouter und
meinem ständigen Ausprobieren beheben ließen.
Etwa ein Jahr später übernahm ich dann
die (leider) wieder eingeschlafene Idee von Claus, ein regelmäßig
erscheinendes Wortspiel- Rätsel zu gestalten.
Dabei konnte ich auch meine bisherigen Layout-Kenntnisse
immer mehr selbst verbessern.
Dank Micky,
der Anfang 2003 das Layout übernahm und uns erstmals alle
wichtigen Tricks und Kniffe bis hin zur druckreifen Fertigstellung
vermitteln und beibringen konnte, sollte das alles keine Hexerei
mehr darstellen und ich fühlte mich bald erstmals in der
Lage, die Zeitung ohne fremde Hilfe fertigzustellen .
Das war auch gut so, denn
Micky konnte uns dabei nur etwa ein Jahr unterstützen
und so übernahm ich im März 2004 das gesamte Layout
und versuchte mich zudem (mit ehren amtlicher Unterstützung
einer Kennerin) im Neuland der Werbekunden-Akquisition, die
zumindest so erfolgreich verlief, dass wir im April 2004 unseren
ersten eigenen Arbeitsplatz in Form eines 400-Euro-Jobs einrichten
konnten.
Carina
(Aus der Ausgabe Januar 2005)
|