Die Strassenzeitung aus Freiburg

Artikel und Beiträge aus einem anderen Blickwinkel

 


 


 

ZU DEN TOPARTIKEL
Dezember 2008

 

ZU DEN TOPARTIKEL
November 2008


Avantgarde Bettler

 

Wie wir schon im Artikel über die Idee von Stadttheater und KunstHartz berichteten , die Bettleroper mit Laien neu aufzuführen, können wir Ihnen heute berichten, wie es mit dem Projekt voran geht und wie konkret die Planungen schon aussehen.

Schon im November trafen sich die interessierten Leute zu einer ersten Probe im Ferdinand-Weiß-Haus. Bernadette La Hengst, Regisseur Christoph Frick und die Dramaturgin Carolin Hochleichter waren natürlich auch wieder anwesend und sogar ein Filmteam von ARTE fand den Weg ins FWH!

Nach einer kurzen Begrüßungsrunde ging es direkt hinein in das Abenteuer Theater! Wie gesagt, soll das Stück von sechs Schauspielern interpretiert werden und von einem Chor aus Laien, die in irgendeiner Form von Armut betroffen sind oder waren, begleitet werden.

 

 

Diese Aufführung der Bettleroper soll einerseits Aufklärungsarbeit über die „neue Armut“ sein, andererseits auch ein Aufruf zur Änderung der Missstände! Dabei soll die Musik einen wichtigen Bestandteil der Story liefern.

Bernadette hatte die ersten drei Lieder für die Oper schon mal in einer Grobfassung auf CD dabei und spielte sie den Anwesenden vor.

Das erste Stück „Avantgarde Bettler“ handelt z.B. von den verschiedenen Formen, was man unter Bettler oder Betteln verstehen könnte und das wir in irgendeiner Art und Weise doch alle um irgendwas betteln, egal in welcher Form! In dem Song „Angst vor dem Abstieg“ wurden z.B. auch Auszüge aus dem Armutsbericht der Bundesregierung verwendet, aber wie gesagt, das sind alles noch Rohfassungen.

Nachdem alle begeistert der Musik gelauscht hatten, erklärte Bernadette, wie sie sich das auf der Bühne vorstellt: Sie singt den Text und der Chor den Refrain. Dann schnappte sie sich auch schon die Gitarre und probte mit den Anwesenden schon mal das erste Stück ein, es war das Abstiegslied.

Anfangs etwas leise, doch bald immer lauter werdend stimmte der „Bettlerchor“ in ihre Musik ein. Bei diesem Stück ließ sie sich als instrumentale Untermalung noch etwas ganz besonderes einfallen: Die Chormitglieder sollten beim Refrain mit den Füßen trampeln!

Hört sich komisch an, klingt aber sehr gut und hat vor allem zum Refrain „Angst vor dem Abstieg“ völlig gepasst!

Nachdem das Stück dreimal durchgeprobt wurde, gab es eine kurze Pause und danach wurde das zweite Stück eingespielt: „Avantgarde Bettler“. Hierbei kam es gleich zur ersten Bandaufnahme des „Bettlerchores“ und als diese abgespielt wurde, waren alle beeindruckt, denn es klang richtig gut.

Wenn man bedenkt, dass diese Menschen zum ersten Mal zusammen in einem Chor gesungen haben, kann man nur den Hut ziehen! Besonders gelungen an diesem Stück war die Soloeinlage eines Betroffenen der während des Refrains lautstark, aber durchaus musikalisch, Geschichten aus seinem Bettlerleben preisgab.

Alles in allem war es eine gelungene erste Probe und die Leute sind heiß aufs Weitermachen!

Und nun wird es richtig ernst, ab Dezember stehen die ersten ernsthaften Proben auf dem Plan. Am 3. und am 5. Dezember probt der Chor noch im Ferdinand-Weiß-Haus, dann werden weitere Termine ausgemacht. Im Januar trifft sich das gesamte Ensemble im Stadttheater und dort wird dann regelmäßig geübt, denn es bleibt nicht mehr viel Zeit, da die Premiere inzwischen auf den 23. Januar 2009 vorverlegt worden ist!

In der nächsten Ausgabe werden Sie lesen, wie es mit den Proben weiterging und Sie erhalten dann auch einen Vorausblick auf das Theaterstück.

Carsten

 

 

 

nach oben