| Diese Aufführung der Bettleroper soll einerseits Aufklärungsarbeit
über die „neue Armut“ sein, andererseits auch
ein Aufruf zur Änderung der Missstände! Dabei soll die
Musik einen wichtigen Bestandteil der Story liefern.
Bernadette
hatte die ersten drei Lieder für die Oper schon mal in einer
Grobfassung auf CD dabei und spielte sie den Anwesenden vor.
Das erste Stück „Avantgarde Bettler“ handelt
z.B. von den verschiedenen Formen, was man unter Bettler oder
Betteln verstehen könnte und das wir in irgendeiner Art und
Weise doch alle um irgendwas betteln, egal in welcher Form! In
dem Song „Angst vor dem Abstieg“ wurden z.B. auch
Auszüge aus dem Armutsbericht der Bundesregierung verwendet,
aber wie gesagt, das sind alles noch Rohfassungen.
Nachdem alle begeistert der Musik gelauscht hatten, erklärte
Bernadette, wie sie sich das auf der Bühne vorstellt: Sie
singt den Text und der Chor den Refrain. Dann schnappte sie sich
auch schon die Gitarre und probte mit den Anwesenden schon mal
das erste Stück ein, es war das Abstiegslied.
Anfangs etwas leise, doch bald immer lauter werdend stimmte der
„Bettlerchor“ in ihre Musik ein. Bei diesem Stück
ließ sie sich als instrumentale Untermalung noch etwas ganz
besonderes einfallen: Die Chormitglieder sollten beim Refrain
mit den Füßen trampeln!
Hört sich komisch an, klingt aber sehr gut und hat vor allem
zum Refrain „Angst vor dem Abstieg“ völlig gepasst!
Nachdem das Stück dreimal durchgeprobt wurde, gab es eine
kurze Pause und danach wurde das zweite Stück eingespielt:
„Avantgarde Bettler“. Hierbei kam es gleich zur ersten
Bandaufnahme des „Bettlerchores“ und als diese abgespielt
wurde, waren alle beeindruckt, denn es klang richtig gut.
Wenn man bedenkt, dass diese Menschen zum ersten Mal zusammen
in einem Chor gesungen haben, kann man nur den Hut ziehen! Besonders
gelungen an diesem Stück war die Soloeinlage eines Betroffenen
der während des Refrains lautstark, aber durchaus musikalisch,
Geschichten aus seinem Bettlerleben preisgab.
Alles in allem war es eine gelungene erste Probe und die Leute
sind heiß aufs Weitermachen!
Und nun wird es richtig ernst, ab Dezember stehen die ersten
ernsthaften Proben auf dem Plan. Am 3. und am 5. Dezember probt
der Chor noch im Ferdinand-Weiß-Haus, dann werden weitere
Termine ausgemacht. Im Januar trifft sich das gesamte Ensemble
im Stadttheater und dort wird dann regelmäßig geübt,
denn es bleibt nicht mehr viel Zeit, da die Premiere inzwischen
auf den 23. Januar 2009 vorverlegt worden ist!
In der nächsten Ausgabe werden Sie lesen, wie es mit den
Proben weiterging und Sie erhalten dann auch einen Vorausblick
auf das Theaterstück.
Carsten
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